Eine Vereinsübergreifende Einheit

© DiesbachMedien | Ausgabe: Weinheimer Nachrichten | Hemsbach / Laudenbach | 11.12.2018 | Seite 13

Vorweihnachtliche Seniorenfeier: Turngemeinde, AWO und VdK bieten gemeinsam ein buntes und stimmungsvolles Programm für die betagteren Bürger

Laudenbach. Ein buntes und abwechslungsreiches Programm, aber auch nachdenkliche Momente schenkten die AWO, die ihr angeschlossene Bürgerhilfe, der Sozialverband VdK und die Turngemeinde Laudenbach den Senioren der Gemeinde am Sonntagnachmittag im weihnachtlichen Festsaal der Sonnbergschule. Rosi Gramlich-Lenz, legendäre Rektorin im Ruhestand und daher vollständig in ihrem Element, hatte das vorweihnachtliche Ereignis organisatorisch betreut. VdK-Vorsitzender Rolf Haupt, AWO-Chef Hans-Jürgen Moser und Christian Offner, Herrscher über die TGL, wurden des Lobes für „unsere Rosi“ nicht müde, dankten aber auch all jenen, die an „unsichtbaren“ Schaltstellen wirkten, Hausmeister Thomas Neumüller etwa oder auch die Damen in der Küche.

„Wir sind eine vereinsübergreifende Einheit geworden“, sagte Offner. Vom Ergebnis der gemeinsamen Arbeit überzeugten sich die vielen betagten Laudenbacher im gutgefüllten Saal ebenso wie Bürgermeister Hermann Lenz, eine paritätische Kleinmenge Gemeinderäte (Haupt: „Es hätten ein paar mehr sein können“), die Wahlkreisabgeordneten Prof. Dr. Karl A. Lamers und Gerhard Kleinböck sowie die beiden Pfarrer Birgit Risch und Klaus Rapp.

„Ihr sollt jetzt alle Eure Handys ausmachen und nicht mit dem Kaffeegeschirr klappern“, mahnte Sonnbergschülerin Magdalena, Co-Moderatorin an der Seite von Rosi Gramlich-Lenz, die gutgelaunt den „147-jährigen Singverein mit all seinen Jungsängern“ ankündigte. Mit „Veni, veni Emmanuel“ und der „Hymne an die Nacht“ gelang der 50-Mann-Truppe unter der Leitung von Thomas Wind ein trefflicher Einstieg in den Adventsnachmittag, bevor Amira (12 Jahre) und Mariam (10) Abouzahra, festlich im roten bodenlangen Kleid, mit ihren Violinen die Bühne – und die Herzen – eroberten. Es sind jene zwei nicht nur musikalisch vielseitig talentierten Laudenbacher Mädchen, „mit denen uns vier Jahre Grundschule verbindet“ (Gramlich-Lenz) und die gemeinsam mit der Mama Nora Emödy am Klavier alle Veranstaltungen der Sonnbergschule begleitet haben. Mit großem Beifall belohnten die Gäste die beiden jungen Damen für ein anspruchsvolle Stück von Béla Bartók, worauf die Moderatorin „nach diesen zarten Klängen die gewichtigen Worte des Bürgermeisters“ ankündigte.

Hermann Lenz, kein Mann langatmiger Diskurse, versicherte die Festgäste aller guten Wünsche von Verwaltung und Gemeinderat für das bevorstehende Weihnachtsfest und den Wechsel ins neue Jahr, das „uns alle“ mit Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen vor neue Aufgaben stellen werde.

Engelsgleich und ganz überwältigt vom vorauseilenden Beifall der Menge, hauchte die fünfjährige Jeannie Mörmann ein kleines Adventslied ins Mikrofon, ließ sich aber gern von den „Großen“ ablösen. Die Kinder der vierten Klassen brachten eine Botschaft: Sie bewiesen singend, rezitierend und tanzend, dass es doch viel gemütlicher sei und besser wärme, wenn bei grimmiger Kälte alle unter eine Decke schlüpfen – Feliz Navidad.

Die Vielfalt des Nachmittagsprogramms, das durch eine Kaffee- und Kuchenpause unterbrochen wurde, erinnere ihn an die Vielfalt der Adventskränze in den Kirchen der Bachgemeinden, sagte Pfarrer Klaus Rapp. Von tiefen Gedanken zu fröhlicher Ausgelassenheit – die „Minis und 514 Hoppers“ folgten unter Führung von Gabi Mata ihren beiden Vortänzerinnen und tobten – Santa Claus is comin‘ to town – hiphoppig über die Bühne. Die Senioren erholten sich im warmen Klang eines gewaltigen Marimbaphons, das Bianca Schüssler (neben etlichen anderen Instrumenten) meisterhaft beherrscht. Eine Prélude des Brasilianers Ney Rosauro verweist auf die südamerikanische Herkunft des klangvollen Instruments.

Deutlich filigraner als der Dreimeterkoloss ist dagegen die Violine von Mariam Abouzahra. Begleitet von ihrer Schwester Amira am Klavier verzauberte sie ihr zu Tränen gerührtes Publikum mit Bachs „Ave Maria“, bevor die beiden multitalentierten
Schwestern gemeinsam mit ihrer Freundin Magdalena gänzlich programmwidrig, aber unter riesigem Beifall, den Nieder-Liebersbacher Sportakrobaten Konkurrenz machten. Mit einer Hymne „An unseren Tannenbaum“ empfahl sich Jeannie Mörmann in ihrem zweiten Miniauftritt als Nachwuchs für den Kinder-und Jugendchor „Fontäne“. Unter dem Motto „Jeder ist wertvoll“ betonen die rund 20 sechs- bis 18-jährigen Jungs und Mädels ihr soziales Engagement unter den Fittichen von Christine und Thomas Horn. Der „erweiterte Familienchor“ (Gramlich-Lenz) mit Sohn Josias am Piano gab einen Vorgeschmack auf sein Musical, das am Heiligabend in der Alten Dorfkirche zu hören sein wird: Freude, Freude im Himmel und überall.

„Hot‘s eisch g‘falle?“, schlug Hans-Jürgen Moser eine Dialektbresche in das ansonsten hochdeutsch dominierte Programm. Die Senioren bestätigten mit dankbarem Beifall und stimmten gemeinsam an „O du fröhliche“. he

 img 1623v.l. H.-J. Moser (AWO), Rolf Haupt (VDK), Christian Offner (TG)

img 1729v.l. Mariam Abouzahra, Rosi Gramlich-Lenz, Amira Abouzahra

img 8539Der gut Besuchte Saal der Sonnberg-Grundschule!
Bilder: G. Wernz